– Die Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zeigt bislang keine Wirkung.
Zum sechsten Mal wird am 17.5.2011 der Internationale Tag gegen Homophobie begangen. Der 17. Mai wurde als Datum nicht zufällig gewählt. Am 17.5.1990 hat die WHO entschieden, Homosexualität von der Liste der Krankheiten zu streichen. In Deutschland erinnert der 17.5. an den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches. Dieser stellte Homosexualität unter Strafe und ermöglichtes es dem Nationalsozialistischen Regime tausende Homosexuelle zu ermorden.
Matthias Steuckardt der Vorsitzende des Arbeitskreises der Lesben und Schwulen in der Berliner CDU, LSU Berlin erklärte am Vortag des 17. Mai 2011:
„Wowereit und der rot-rote Senat haben bei der Bekämpfung von Homophobie versagt! Die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zeigt bislang keine Wirkung.“
Erst am vergangenen Wochenende kam es in Kreuzberg zu einem brutalen Übergriff auf ein schwules Paar. Laut Studien gibt es bei homophoben Beleidigungen und Körperverletzungen eine erschreckend hohe Dunkelziffer von rund 90 Prozent.
„Hier muss man ansetzen. Mit Wohlfühl-PR ist den Opfern nicht geholfen!“ erklärte Steuckardt.
„Die im Rahmen der Initiative geplanten Events und Promotionaktionen sind vor dem Hintergrund der andauernden Übergriffe verfehlt. So sollen auf verschiedenen Veranstaltungen Fotoboxen aufgestellt werden und Promoter Give-Aways verteilen. Auch das „beBerlin“ Logo in Regenbogenfarben und eine großzügig angelegte Plakataktion sind hier sicher nur begrenzt hilfreich. Vielmehr müssen die positiven Erfahrungen der „Respect Gaymes“ oder „Community Gaymes“ genutzt, und vergleichbare Projekte initiiert werden. Im Bereich der Präventionsarbeit an Schulen zeigt sich, dass Senat und Verwaltung von den tatsächlichen Verhältnissen an Berlins Schulen keine Vorstellung haben. Hier setzt man auf Lehrerfortbildung. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Schulen solche Angebote aufgrund des Personalmangels nicht in Anspruch nehmen können. Daher wäre der einzig richtige Ansatz, dass speziell geschulte Teams Schulen oder Vereinen zur Seite stehen und Veranstaltungen zur Akzeptanz sexueller Vielfalt durchführen. In Schulen sollten dafür die Stunden, die aufgrund des Lehrermangels ausfallen müssen, oder Projekttage genutzt werden.“ so Steuckardt.
Das lesbisch-schwule Onlinemedium queer.de brichtet über diese Melung.